Bezirkshauptmann Hofrat Dr. Arthur Erich Trattler

Photo von Arthur Trattler
Arthur Trattler
Bild: Anina Woditschka, Privat

Personalia

Geboren:

22. Februar 1917, Spittal/Drau

Gestorben:

15. Februar 1995, Villach

Beruf:

Beamter

Verfolgung:

Haft 20.05.1944 - 25.10.1944

Ehrungen:

Silbernes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

Mitgliedschaften

Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreich, K.Ö.H.V. Carolina Graz, K.Ö.St.V. Babenberg Klagenfurt, K.Ö.St.V. Teurnia-Ortenburg Spittal a.d. Drau, Österreichische Volkspartei

Lebenslauf

Arthur Erich Trattler kommt in Spittal an der Drau in Kärnten als ehelicher Sohn des Finanzbeamten Liberatus Trattler und seiner Gattin Anna, geborene Jesse, zur Welt. Nach dem Besuch der Volksschule in Klagenfurt wechselt er an das Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Klagenfurt, wo er 1936 maturiert. Danach geht er nach Graz zum Studium der Rechte und tritt noch im Jahr seiner Matura der Studentenverbindung Carolina Graz bei.

Am 12. März 1938 muss der patriotische Österreicher Arthur Trattler erleben, wie mit dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht, das freie und unabhängige Österreich untergeht. Am 23. Dezember 1939 promoviert Arthur Trattler zum Dr. iur. Da nach Meinung der damaligen Machthaber seine politische Haltung nicht einwandfrei ist, wird er als Referendar vom Oberlandesgericht abgewiesen und erhält am 1. Juli 1940 die Einberufung zur deutschen Wehrmacht. Über seinen Schwager Ernst Ortner kommt er während des Urlaubs vom Fronteinsatz im April 1943 in Kontakt zu Mitgliedern der Antifaschistische Freiheitsbewegung Österreich (AFÖ). Nach der Enttarnung der Widerstandsgruppe durch einen Konfidenten wird er am 22. September 1943 von der Stapostelle Klagenfurt wegen 'Vorbereitung zum Hochverrat' dem Oberreichskriegsanwalt angezeigt. Da er als Sanitätsunteroffizier an verschiedenen Kriegsschauplätzen Dienst tut, kann er erst am 20. Mai 1944 in der Gegend von Monte Cassino in Italien verhaftet werden. Nach der Verlegung in verschiedene Gefängnisse in Oberitalien und Klagenfurt wird er nach Wien-Favoriten in das Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis überführt.

Am 25. Oktober 1944 erfolgt vor dem 5. Senat des Volksgerichtshofs die Anklage wegen Mitgliedschaft in der Antifaschistischen Freiheitsbewegung Österreichs (AFÖ). Arthur Trattler wird aus Mangel an Beweisen aber freigesprochen und zur Truppe zurückversetzt. Er gehört mit größter Wahrscheinlichkeit mit zu den Verfassern des Flugblattes der AFÖ, das zur Verhaftung geführt hat. Eduard Pumpernig hat nämlich nach der Besprechung von Ende April 1943 mit Mitgliedern der AFÖ aus den drei Entwürfen von Arthur Trattler das Flugblatt mit dem Titel 'Österreicher, Kärntner, Brüder und Schwestern der unterjochten Nationen', das an die Kärntner, Österreicher und Slowenen gerichtet ist, zusammengefasst und vervielfältigen lassen.

Photo von Arthur Trattler als Soldat der deutschen Wehrmacht
Arthur Trattler als Soldat der deutschen Wehrmacht
Bild: Anina Woditschka, Privat

Nach der Befreiung Österreichs und der Wiedererrichtung der Republik im April bzw. Mai 1945 tritt Arthur Trattler sofort in den Dienst des Landes Kärnten ein und der neugegründeten Österreichischen Volkspartei (ÖVP) bei. Dort ist er in der Entnazifizierungskommission tätig. 1946 heiratet er Anna Maria Schebach und wird in weiterer Folge Vater dreier Töchter. 1952 wird er zum Bezirkshauptmann in Spittal an der Drau ernannt.

Arthur Trattler geht 1982 in den Ruhestand und verstirbt im 78. Lebensjahr in Villach. Er findet seine letzte Ruhestätte am Stadtfriedhof von Spittal an der Drau.

Orte

Wohnort:

Viktringer Ring 5 (Klagenfurt)

Quellen

  • Krause, Peter/Reinelt, Herbert/Schmitt, Helmut (2020): Farbe tragen, Farbe bekennen. Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung. Teil 2. Kuhl, Manfred (ÖVfStG, Wien), S. 358.

Anina Woditschka, Privat

Arthur Trattler

Beamter
* 22. Februar 1917
Spittal/Drau
† 15. Februar 1995
Villach
Haft